Aktuell

Ausstellung im Kraszewski-Museum in Dresden vom 3.03.2018 - 27.05.2018

Im Frühjahr nächsten Jahres werden Werke von Walter Eberhard Loch in Dresden zeigt, der Heimatstadt von Lochs Frau Dora Loch-Roth. Nach Ausstellungen in seiner Geburts- und Ausbildungsstadt Breslau und mehren Ausstellungen am Bodensee, darunter die große Ausstellung im Neuen Schloss Meersburg im Jahre 2009, folgt nun die Wiederentdeckung des Künstlers in einer Region, die zu seiner wichtigsten Schaffensperiode gehörte.

Durch die Heirat mit Dora Roth, der Tochter des Dresdner Musikers Bertrand Roth, im Jahre 1919 lebte das Paar bis 1932 in der sächsischen Metropole. Bemerkenswerte Graphik-Zyklen und zahlreiche bedeutende Werke Lochs entstanden in dieser Zeit in Dresden. Ferner nahm er dort an zahlreichen Ausstellungen teil. Besonders wichtig war allerdings für den Künstler die Begegnung mit Mary Wigman, der berühmten Ausdruckstänzerin jener Zeit, die in Dresden ein Tanzstudio unterhielt. Mit der Zeit entwickelte sich zwischen den beiden eine Freundschaft und ein Vertrauensverhältnis, das es WEL ermöglichte, die Tänzerinnen über einen Zeitraum von sechs Jahren zu beobachten und in unzähligen Studien, Zeichnungen, Graphiken, Aquarellen, Gemälden und Plastiken festzuhalten. Die Arbeiten zeigen eine Bandbreite von nahezu gegenständlichen Motiven bis zu fast abstrakt wirkenden Farbkompositionen. Besonders bestechen diese Werke durch eine außerordentliche Dynamik und bilden das zentrale Werk in seinem künstlerischen Schaffen. Neben Loch gaben sich berühmte Künstlerkollegen wie Schlemmer, Kirchner und Nolde in der Tanzschule die Klinke in die Hand. Aber nur Loch kam die Ehre zuteil, ein Glasfenster für den Flur des Gebäudes herzustellen, das allerdings den Bombenagriff 1945 zum Opfer fiel.

 

Der WEL-Kreis Salem ist hoch erfreut darüber, nun im Kraszewski-Museum Dresden eine kleine aber besondere Auswahl von Walter Eberhard Lochs Werken seiner Dresdner Schaffensperiode präsentieren zu können. Selbstverständlich werden auch Schlaglichter auf seine Breslauer Zeit und seine zweite Schaffensperiode am Bodensee geworfen.

 

 

Junge Bullen, Öl/Leinwand, um 1925

Rätsel um Gemälde von Walter Eberhard Loch ist gelöst (H. Gommeringer)

Expertin Anne Wachter hat bei der Versammlung des WEL-Kreises die Ergebnisse ihrer Recherchen zu einem rätselhaften Werk des Malers Walter Eberhard Loch von 1933 präsentiert: Es zeigt eine andere Frau

In der Mitte Detail von Lochs Porträt, umrahmt von Fotos von Ruth Ulich

Salem (hg) Erwartungsvolle Spannung bestimmte die Mitgliederversammlung des WEL-Kreises Salem. Dafür gab es zwei Gründe: Zum einen stellte Sabine Stark die aktuellen Neuerwerbungen des Fördervereins vor und zum anderen löste WEL-Expertin Anne Wachter das Rätsel um ein Ölgemälde von Walter Eberhard Loch (WEL), auf dem eine Frau mit schwarzen Haaren und einem leuchtend blauen Kleid dargestellt ist.
Zu diesem Gemälde aus dem Jahr 1933 hatte Anne Wachter intensiv recherchiert und abschließend zuverlässige Erkenntnisse gewonnen. Sie berichtete, dass der Vergleich von Fotos und dem Gemälde (Mittelscheitel, hohe Backenknochen, Augenbrauen) sowie die Inhalte mehrerer Briefwechsel zweifelsfrei belegten, dass auf dem 80 mal 59 Zentimeter großen Ölbild Ruth Ulich abgebildet ist. Ihre Freundin aus Dresden-Hellerau habe die Lochs in ihrer neuen Heimat Gaienhofen besucht. Briefe von Dore und Walter Eberhard Loch belegen, dass das Ulich-Portraibild im Häuschen an der Tobelhalde hing. In einem Brief an Ruth Ulich schreibt WEL: "Dein Bild hängt unserem Diwan gegenüber." Kurz vor ihrem Tod 1985 beim Brand ihres Häuschens hatte Dore Loch-Roth das Ölgemälde an die Familie Reck geschickt – mit dem Hinweis, dass es sich um ein Portrait von Mary Wigman handle. Die aus Hannover
stammende Mary Wigman (1886 bis 1973) war zu ihrer Zeit eine international berühmte Tänzerin, Mary Wigman um 1930Tanzpädagogin und Choreografin.

Fazinierende Erinnerungen an Walter Eberhard Loch von Hugo Gommeringer

Vortrag am 10. März 2017 im Feuchtmayerhaus

Salem (hg) Eine Sternstunde lebendiger Begegnung mit Walter Eberhard Loch, bekannt unter dem Künstlernamen WEL, bescherten Anne Wachter und Brigitte Rieger-Benkel den vielen Besuchern in der guten Stube des Feuchtmayerhauses.
Dass die Besucher rundum von der gut einstündigen Präsentation begeistert waren, zeigten am Ende des reich bebilderten Vortrags der große Beifall. Das, was zu hören und zu sehen war, war für die Besucher ein intellektueller und sinnlicher Genuss.
Wohl kaum eine andere Salemer Räumlichkeit für das „Kulturerlebnis WEL“ wäre besser geeignet gewesen als das Haus der Kunst des berühmten Salemer Rokoko-Künstlers Joseph Anton Feuchtmayer (1696-1770).
Bereits eine Stunde vor dem WEL-Vortrag nahmen 34 Besucher an der Museumsführung teil. Ruth Wenzel und Irma Schmid gaben wertvolle Informationen.
Sabine Stark von der Gemeinde Salem, zugleich Vorstandsmitglied im WEL-Kreis, begrüßte die Gäste und Referentinnen im Vortragssaal.
Kurz zu den Referentinnen: Brigitte Rieger-Benkel ist seit 2012 Vorsitzende des Fördervereins WEL-Kreis Salem, der im Jahr 2006 mit dem Ziel gegründet wurde, die Erinnerung an das geniale Künstlerehepaar Walter Eberhard Loch und Dora Loch-Roth präsent zu halten. Die Vorsitzende hat in den fünf Jahren ihrer Amtszeit Einiges bewegt. U. a. entstanden ein wohl sortiertes Archiv, ein attraktiver Flyer und eine informative Homepage.
Anne Wachter engagiert sich zusammen mit ihrer Freundin Monika Taubitz (beide aus Meersburg) von Anfang an im WEL-Kreis. Im Jahr 2009 veröffentlichte Anne Wachter das Buch „Walter Eberhard Loch, 1885-1979, Lebensstationen eines Künstlers in Text und Bild“. Sie ist eine ausgewiesene WEL-Kennerin, was sie im Vortrag erneut unter Beweis stellte.
Nun zum Vortrag: In feiner Abstimmung und im gelungenen Wechselspiel verstanden es Anne Wachter und Brigitte Rieger-Benkel bestens, den Besuchern die Inhalte verständlich, spannend und kurzweilig zu vermitteln. Während Anne Wachter von der 94 Jahre währenden Lebensgeschichte des vielseitigen Künstlers und Schriftstellers erzählte, zeigte Brigitte Rieger-Benkel passend dazu Fotos und Bilder. Zudem erläuterte sie an Kunstwerken die Entwicklung der talentierten Persönlichkeit Loch, der fast die Hälfte seines Lebens auf dem Tobelhof in Neufrach-Leutkirch (1939-1979) verbrachte.
Einige Gedanken zum Vortragsinhalt: Im Blick auf den Holzschnitt „Wir haben uns verändert“ begann Anne Wachter den Vortrag. Die Darstellung gebe den Hinweis auf die veränderten Lebensumstände im abgelegenen Häuschen an der Tobelhalde.
Anschließend blätterte Anne Wachter zurück. Sie erzählte von WELs schwerer Kindheit in Breslau, vom Schlittschuh-Unfall mit einseitiger Lähmung des Beines und vom schweren Motorradunfall im Jahr 1926.
Schon sehr früh sei WELs sehnlichster Wunsch gewesen, Maler zu werden. Von 1901 bis 1912 habe er die Kunstakademie in Breslau besucht. Vor dem Umzug nach Dresden im Jahr 1919, wo er die Musikerin Dora Roth heiratete, sei WEL in Liegnitz und Berlin aktiv gewesen.
Des Weiteren nannte Anne Wachter die politischen Gründe, weswegen WEL 1932 mit seiner Frau Dora nach Gaienhofen an den Bodensee und schließlich 1939 nach Neufrach umgezogen sei. Als Verfolgte des Nazi-Regimes habe sich das Künstlerpaar zu diesem Schritt entschließen müssen. In seiner zweiten Heimat Neufrach habe sich WEL verstärkt der schriftstellerischen Tätigkeit zugewandt. Dramen, Prosatexte, Gedichte und das Neufracher Dorfbuch (1953) seien in dieser Zeit entstanden. An geeigneter Stelle zitierte Anne Wachter Zeitungsberichte, Aussagen und Gedichte des Künstlers.
Brigitte Rieger-Benkel gab einen Einblick in die vielfältigen Kunststile während der persönlichen Entwicklungsgeschichte WELs. Sie erläuterte die Portraitmalerei an den Werken „Vier mal Ich“ (1925) und „Meine junge Frau“ (1920). Als „einfacher Maler“, wie sich WEL selbst bezeichnet habe, habe sich der Künstler in der Periode der „Neuen Sachlichkeit“ der gegenständlichen Kunst gewidmet. Eine künstlerische Blüte habe WEL mit der Linoltechnik und den Druckgraphiken (expressive Buchillustrationen und Zyklen) erreicht. Die besondere Dynamik und malerische Reife habe sich in den Tierzeichnungen und den leuchtend farbigen Tanzstudien gezeigt. Wie viele Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts sei auch WEL von der Moderne und dem Expressionismus beeindruckt gewesen.

Zur Person
Walter Eberhard Loch, akademischer Maler und Schriftsteller, kam am 18. März 1885 in Breslau zur Welt. 1901-1912 studierte er an der Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Zum Berufsstart arbeitete er als Graphiker, Sportreporter u. -zeichner für das Berliner Tagblatt. Ab 1915 war WEL Zeichenlehrer am Doppelgymnasium in Liegnitz. 1915 bis 1918 pflegte er Freundschaften mit Carl Hauptmann, Erich Worbs und Will-Erich Peuckert. 1919 heiratete er Dora Roth in Dresden. Von 1919 bis 1924 arbeitete er in Dresden als Monteur in einer Fabrik für optische Geräte. 1925 wurde er freischaffender Künstler. Nach seinem schwerer Motorradunfall 1926 wurde ab 1927 für sechs Jahre
die Tanzschule Mary Wigman sein bevorzugter Malort. 1932 zogen die Lochs nach Gaienhofen, wo WEL von 1936 bis 1939 Kunstlehrer an der Internatsschule war. Der erneute Umzug folgte 1939 nach Neufrach-Leutkirch. 1953 veröffentlichte WEL das Neufracher Dorfbuch und 1961 das SWF-Hörspiel „Das verbrannte Dorf“. Am 20.12.1979 starb er im Alter von 94 Jahren. Das Ehrengrab des Künstlerehepaars Loch findet sich noch heute auf dem Friedhof Leutkirch.

Einladung zum Vortrag: "Der Dichter-Maler Walter Eberhard Loch – Ein Porträt in Text und Bild"

Einladung zum Vortrag am 10. März 2017 im Feuchtmayerhaus

Seit seinem Gründungsjahr 2006 kümmert sich der WEL - Verein e.V. verstärkt um den künstlerischen Nachlass durch die Organisation von Ausstellungen, den Ankauf von Werken, den Druck seiner Texte und öffentliche Vorträge.

Der 1885 in Breslau (seit 1945 Wroclaw) geborene Walter Eberhard Loch lebte 40 Jahre zurückgezogen im Salemer Tal auf der Tobelhalde der Gemeinde Neufrach. Zuvor war in Liegnitz, Dresden und Gaienhofen tätig. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wandte er sich auch der Schriftstellerei zu.

Bereits während des Studiums widmete sich Loch Tierstudien in Tiergärten sowie Entwürfen für Werbeplakaten und Postkarten. Als junger Künstler machte sich WEL früh mit expressiven Buchillustrationen und Zyklen in Linol- und Holzschnitt-Technik bei verschiedenen Ausstellungen auf sich aufmerksam. Mit dem Umzug nach Dresden wandelte sich sein Sujet, in dem er sich dem damals modernen Ausdruckstanz zuwandte. In Freundschaft zu Mary Wigman, in deren Tanzstudio er sich frei bewegen konnte, entstanden faszinierende, überwiegend abstrahierende und leuchtend farbige, Tanzstudien in verschiedenen Techniken. Am Bodensee schuf er meist Landschaften; blieb auch der Buchillustration treu. WEL blieb sein Leben lang der gegenständlichen Malerei treu, experimentierte aber auch mit der plastischen Ausmodellierung seiner Tier- und Sportthemen.

Alle Interessenten sind herzlich eingeladen - Eintritt frei

Außerdem besteht die Möglichkeit am 10. März um 17 Uhr das Feuchtmayer-Haus in einer Führung zu besichtigen. Vortrag beginnt voraussichtlich um 18 Uhr.

 

Referenten:

Anne Wachter studierte Pädagogik, Psychologie und Schuldidaktik in Weingarten und wirkte an verschiedenen Grund - und Hauptschulen Baden - Württembergs, zuletzt über zwei Jahrzehnte an der Meersburger Sommertalschule als Klassenlehrerin, Konrektorin und schulpsychologische Beratungslehrerin. Ihren Wohnsitz behielt die Pensionärin in Meersburg am Bodensee.

Brigitte Rieger-Benkel, studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie in Heidelberg, sowie Baudenkmalpflege in Trier. Von 1994 an war sie Mitarbeiterin im Kulturamt der Stadt Meersburg und von 2004 bis 2011 dessen Leiterin. Seit 2012 ist sie Vorsitzende des WEL – Vereins und wohnt seit einigen Jahren in Meckenbeuren.

Anne WachterBrigitte Rieger-Benkel

 

 

Bericht von der Hauptversammlung 2016

WEL in seinem Atelier in der Tobelhalde

Die Regularien in der zehnten Mitgliederversammlung des Walter Eberhard Loch-Kreises Salem (WEL-Kreis) waren schnell abgearbeitet. Die Vorsitzende Brigitte Rieger-Benkel erklärte Struktur und Inhalt der seit etwa neun Monaten fertigen Homepage. Des Weiteren informierte sie darüber, dass sich die Veröffentlichung der „Schlesischen Burgsagen“ von WEL verzögere. Herbert Jauch attestierte der Vorstandschaft des 92 Mitglieder zählenden Vereins eine vorbildliche Arbeit.

Aufmerksam lauschten die Besucher der Stimme von Walter Eberhard Loch, der sich vor gut 50 Jahren selbst aufgenommen hatte. Von der 92-minütigen Gesamtaufnahme genossen die Versammlungsteilnehmer den ersten Teil aus der Kinder- und Studienzeit. Das Gesprochene wurde mit passenden WEL-Bildern illustriert. Die meisten Gedichtvorträge stammen aus WELs im Selbstverlag erschienenen Büchlein „Mosaik des Lebens“.

Schriftführer Helio Stinka erzählte, wie der WEL-Kreis in den Besitz des „kleinen Schatzes“ kam. Bei der letzten Mitgliederversammlung sei ein Kästchen an Bernhard Reck überreicht worden, das dieser sofort an den WEL-Kreis weitergegeben habe. Zum Vorschein gekommen seien drei Notizzettel und drei Tonbandspulen von WEL. Mit großem Aufwand hat Helio Stinka die Original-Tonbandaufnahmen im Kreismedienzentrum bearbeitet und auf auf drei CDs speichern lassen.

Es wurde auch über weitere Vorhaben gesprochen. Immer noch habe man Kontakt mit Dresden, um in einer Ausstellung dort WEL-Bilder präsentieren zu können. Bernhard Reck regte die Erstellung eines Büchleins mit „Druckgraphiken von WEL“ an. Des Weiteren soll im Herbst 2016 im Feuchtmayerhaus Mimmenhausen der WEL-Vortrag von Brigitte Rieger-Benkel und Anne Wachter wiederholt werden. Anne Wachter hatte die Idee zu einem WEL-Abend im Komethof Nneufrach. Des Weiteren wurde darüber nachgedacht, wie man WEL an Schulen präsentieren könnte.